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Am Anfang war das Wort
13 Sonntage – 13 Bücher der Bibel

Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger lesen die Heilige Schrift

sonntags
12. März bis 4. Juni
15-18 Uhr
Eintritt frei
wuelfing
In Kooperation mit dem
Trias Theater Ruhr und
der Wülfing geschichtenBühne

Sola Scriptura - Allein die heilige Schrift

Die Reformation stellte die Bibel wieder in den Mittelpunkt kirchlicher Verkündigung. Mit der Übersetzung in die deutsche Sprache durch Martin Luther wurde sie zudem erstmals für das "einfache" Volk zugänglich und öffentlich. Er verfasste die Bibel bewusst nicht in einem Schriftdeutsch, sondern wählte ein mündlich gesprochenes. Der Text der Bibel war und ist nicht allein zum stillen Lesen gedacht, sondern zum Vorlesen, zum Vortragen.

Gelsenkirchen liest die Bibel

Die Bibel in den öffentlichen Raum zu tragen, sie zum Gemeingut für alle zu machen, unabhängig von Konfession und Glaubensüberzeugung ist das Anliegen der Lesungen an den Sonntagen vom 12. März bis 4. Juni in und vor der Bleckkirche. Eine Vielzahl Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger wird sich daran beteiligen.

Gelsenkirchen liest die Bibel: mit dem Schauspieler Markus Kiefer, dem Generalintendanten des MiR Michael Schulz, der Kulturdezernentin Annette Berg, der Bürgermeisterin Martina Rudowitz, dem Komponisten Michael Gees, dem ehem. Kulturredakteur der WAZ Hans Jörg Loskill, der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Judith Neuwald-Tasbach, dem Beauftragten für Kunst und Kultur der Ev. Kirche in Gelsenkirchen Pfr. Thomas Schöps sowie weiteren Künstlerinnen und Künstlern und Mitgliedern der Bucheckern des Consol Theaters, der K.L.O.W.N.s und des Ensembles des Trias Theaters.

Vorbereitet und organisiert wurde das Projekt durch André Wülfing von der 'Wülfing geschichtenBühne' und Ullrich Penquitt vom 'Trias Theater Ruhr', die sich ebenfalls beteiligen und denen ein besonderer Dank für ihre Initiative gilt.

Sie gilt als das Buch der Bücher

Über Jahrhunderte prägte die Bibel die Kultur der westlichen Welt und des Nahen Ostens. Und sie tut es noch heute. Selbst der Islam wäre ohne die Bibel nicht zu der Religion geworden, die er heute ist.

Luthers Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache begann mit dem Neuen Testament, das er 1521/22 in nur vier Monaten niederschrieb. Für die Übertragung des Alten Testaments benötigte der Reformator weitere zwölf Jahre. Im Jahr 1534 konnte er seine Arbeit vollenden.

Luther verstand sich als ein Kind des Volkes. Er war beseelt von der Idee einer Übersetzung der Heiligen Schrift für die einfachen Menschen seiner Zeit, die zu den griechischen und lateinischen Texten keinen Zugang hatten. Die Katholische Kirche verweigerte dies. Keinesfalls sollten die von der Kirche als gefährlich erachteten Texte der Bibel ungefiltert von den Christen in jener Zeit gelesen werden.

Dem Volk aufs Maul geschaut

Dem konnte Luther nichts abgewinnen. Im Gegenteil. Jeder sollte in Luthers Augen Zugang zur Bibel haben, jeder sollte in der heiligen Schrift die Worte Gottes lesen dürfen. Doch es war nicht nur Luthers liberale Auffassung, die Bibel dem einfachen und ungebildeten Volkes zugänglich zu machen, die revolutionär war. Luther übersetzte die Bibel nicht nur, er legte sie in seiner Übersetzung aus, deutete sie in den Alltag der Menschen seiner Zeit hinein. "Dem Volk aufs Maul schauen" nannte Luther das.

Die Lutherbibel ist seit der ersten Ausgabe von 1534 mehrfach überarbeitet und sprachlich angeglichen worden. Sie ist nach wie vor die offizielle Bibelausgabe der protestantischen Kirche. Rechtzeitig zum Reformationsjubiläum wurde sie in diesem Jahr in einer neuen revidierten Fassung vorgestellt.

Luthers Arbeit war bahnbrechend und bis heute kommt keine Auslegung der Heiligen Schrift in deutscher Sprache an seiner Sprachgewalt vorbei. Luthers literarischer Nachlass ist darüber hinaus immens. Er war nicht nur Reformator, er gehört auch zu den wichtigsten deutschen Autoren aller Zeiten. Sein schriftstellerisches Werk ist riesig, seine Bedeutung für die deutsche Sprache und Literatur unvergleichbar.
Mit seiner Bibelübersetzung legte er nichts Geringeres als den Grundstock des Hochdeutschen, das von hier aus seinen Anfang nimmt.

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